Sonntag, 25. Januar 2015

Vielleicht

Vielleicht ist es einfach, doch ich weiß nicht wie es geht.
Ich würde gern abends eher einschlafen,
doch wenn ich den Laptop zuklappe, ist es wieder viel zu spät.
Ich würde gern früh länger schlafen, doch wenn ich aufwache,
sehe ich, wie sich der Nebel auf die Wiesen legt
und dass die Sonne noch nicht mal über den Baumwipfeln drüber steht
und der Mond noch immer lebt.
Und wie der Staub im Mondschein durch mein Zimmer schwebt.
Ich würde gern mal mein Zimmer sauber machen,
doch wenn ich denke ich bin fertig, liegen da noch immer tausend Sachen.
ich würde gern erleben, neben jemandem aufzuwachen,
ohne kater und saurem Magen.
ich würde gern weniger rauchen, Amen.
Ich würde gern die Finsternis aus meinem Kopf vertreiben.
Mir fällt so oft nix ein, ach lass den scheiß Text trotzdem schreiben.
Ich würde gern damit aufhören, dann doch Opfer meines eigenen Kopfes bleiben.
Ich würde gern ein gutes Lied komponieren,
dabei kann ich nicht mal mein Fingernagelkauen kontrollieren.
Ich würde gern in Erinnerung bleiben,
doch ich kann nicht mal das Vergessen aus meinem Inneren vertreiben.
Ich würde gern zum Essen bleiben, mich nicht an jedem scharfen Messer schneiden.
Ich würde gern anstatt vom Kater verprügelt zu werden, Kätzchen streicheln.
Ich würde gern in meinem Kopf weniger finster sein.
Ich sehe vielleicht nicht so aus,
aber an manchem Abend höre ich Gedanken, die wie gequälte Kinder weinen.
Ich würde gern tiefer atmen und bei jedem Liebst du mich noch? Nie wieder raten.
Ich würde gern fröhliche texte schreiben
und nicht mal wider erwarten wurde der hier daraus.
Vielleicht ist es einfach, doch ich weiß nicht wie es geht.
Ich würde gern wissen, was mich das Wespennest im Kopf vergessen lässt.
Ich würde gern wissen, wann mich der ganze Stress verlässt.
Ich würde gern mehr in der Bibel lesen und weniger Zeit vergeuden.
Letztendlich erwische ich mich dann doch nur beim Weiterträumen
von Glocken die so wunderschön zum Scheitern läuten.
Ich würde gern wissen, was ich will,
denn wenn mich jemand fragt, bin ich still und weiß keine Antwort.
Ich würde gern wissen, wohin ich will, doch ich weiß nicht mal meinen Standort
und Rückwärts ist keine Richtung.
Ich will auch nicht einfach drauf los laufen, denn wer offen für alles ist ist nicht ganz dicht und
meine Lehrerin meinte auch, was ich mache ist künstlerische Nichtkunst.
Ich würde gern mehr Worte kennen,
dann könnte ich in meiner kranken Gefühlswelt jeden Ort bennenen.
Ich würde gern den Mut haben fort zu rennen
und an einen Ort gelangen, der vor Anonymität überschäumt.
Doch dann bin ich geblieben, denn ich hab von dir geträumt
und du hast geglüht in meinem Kopf, und ich bin wach geworden,
weil die Dunkelheit glasklar aus meinen Augen tropft
Und mit den Tränen verflossen auch zwei Hand voll Sorgen.
Ich würde gern in meinem Kopf weniger finster sein
Und du, du lässt plötzlich Licht herein.
Du bist die goldene Trophäe meines Dichterseins.
Ich würde gern, dass du für immer bleibst,
doch ich weiß nicht wer du bist und ich weiß nicht wie du heißt.

Ich würde gern den Himmel in fünf ganzen Sätzen beschreiben,
doch von all meinen Worten wird mir kein Einziges bleiben
für das: hört mir zu, mir geht’s nicht gut, ich muss hier raus.
Ich würde gern verzeihen können und Barmherzigkeit mein Eigen nennen,
doch wenn ich versuche die Situation zu rationalisieren, ist das Bild verdreht.
Vielleicht ist es ganz einfach, doch ich weiß nicht, wie es geht.
Ich würde gern wissen, wer ich bin.
Ich hab so ein Gefühl, nein, eigentlich hab ich 10,
nur ich weiß nicht welches stimmt.
Ich würde gern mehr reisen und Meer sehen,
doch meine beiden Beine vereisen und sie bleiben hier stehen.
Ich würde gern sagen können, alles ist ok,
doch mit der Luft in meiner Lunge, kühle ich nur den längst abgekühlten Tee.
ich hätte gern ne Superkraft,
so, dass ich niemals einen Zug verpass.
Letztendlich bin ich der Idiot, der nicht mal die letzte U-Bahn schafft.
Ich würde gern irgendwo neu anfangen.
Ich hätte gern einen Kopf, der dem ganzen Scheiß widersteht.
vielleicht ist es einfach, doch ich weiß nicht, wie es geht.
Ich würde gern weniger mit meinem Vater streiten
und mein Blut öfter unverdünnt durch meine Adern leiten.
Ich würde gern ein Herz haben, das nicht so weh tut
und ein Gespräch bei dem ich nicht fragen muss 'verstehst du?'